Reise über Vesterålen und Lofoten

10.8. bis 27.8.2020

Die Reise startete mit einem Flug von Hamburg nach Oslo. Aufgrund von Corona musste ich mein Gepäck in Oslo abholen, durch den Zoll tragen, wieder aufgeben und dann eine weitere Sicherheitskontrolle über mich ergehen lassen, um zum Flug nach Evenes (Harstad / Narvik) zu gelangen. Auf dem Flug dann genoss ich die Blicke auf die Helgelandskysten, Svartisen, Lofoten und die Berge um den Ofotenfjord. 

Vom Flughafen bin ich dann in 10 Minuten zum Airporthotel gelaufen.

Am Dienstag wollte ich nicht bis 11 Uhr auf den Bus warten,  so versuchte ich zu trampen. Nach einer Viertel Stunde hatte ich den ersten Lift bis Evenskjer. Von dort lief ich größtenteils über die alte Straße zur Tjelsundbrua und über diese hinweg. Auf der anderen Seite (Hinnøya) bekam ich einen Lift bis zur Gullesfjordkryss, von wo ich dann zu Fuß ca. 4km an der Rv 85 nach Løbergsbukta zum Trailhead lief. So war ich dann kurz vor dem Bus dort. Der Pfad zur Snytindhytta verlief durch ein schönes Tal, war jedoch sehr feucht. Am Talende stieg der Pfad dann steil zu einem See auf. Vom See ging es nur noch wenige Meter zum Pass hinauf. Es öffnete sich der Blick zum Møysalen und hinunter zur Hütte, welche ich 20 Minuten später nach 4 Stunden ab Straße erreichte. 

Nach einer guten Nacht in der gemütlichen Hütte, startete ich am Mittwoch gegen 9:50. Zuerst ging es zum Pass des Vortages wieder hinauf, von dort dann in Richtung Sigerfjord weiter aufwärts. Der aussichtsreiche Pfad führte knapp unter dem Kamm auf der Südseite, dabei waren einige Schneefelder zu queren. Nach etwa 90 Minuten querte der Pfad den Kamm und der Abstieg begann.  Vorbei an einem noch teils vereisten See ging es zum Tverrelvvatnan hinab und an diesem entlang. Über den Ausfluß führte eine Brücke. Es folgte noch ein Anstieg und dann eine Hangquerung bevor man in ein Gebiet mit kleinen Seen, Mooren und ganz viel Blubeeren gelangte. Gegen 14:30 erreichte ich die Straße. Per Autostopp gelangte ich nach Sortland,  wo ich mich im Sortland Hotel einquartierte. 

Da der Wetterbericht ab Mittag Regen voraussagte, machte ich nur eine kleine Tour am Donnerstag. Ich lief durch den Ort südwärts zum Vannverk und von dort recht steil auf den Hausberg von Sortland, die Steiroheia (448m). Nach einer Rast in der Gipfelhütte wanderte ich über die Hochfläche zum Sekstuva. Dort setzte nieseln ein und so stieg ich von dort über die DNT-Hütte zur Skibua ab und weiter auf dem Skoleveien in die Stadt hinab.

Heute hingen die Wolken tief. Um 8:40 nahm ich den Bus über Melbu nach Svolvær, wo ich kurz nach 11 ankam. In der Touristeninfo deponierte ich mein Gepäck und spazierte durch den Ort. Dabei beobachtete ich einen Triathlonwettkampf und verzog mich vor dem Regen ins Cafe. Gegen 15 Uhr konnte ich ins Selbstbedienungshotel.

Heute, Samstag 15. August, war es am Morgen trocken. Kurz nach neun brach ich auf und wanderte durch den Ort zum Nedre Svolværvattnet, wo der Pfad zur Tuva startet. Der Pfad ist steil und war teils ein Bach aufgrund des gestrigen Regen. An einem kleinen Stausee vorbei und einem Bach entlang gelangt man zum Tuvasee und bald drauf zum Gipfel (474m). Wind und Wolken ließen mich nicht lang verweilen. 

Ich stieg wieder zum Svolværsee ab. Unten angekommen besserte sich das Wetter. Ich wanderte zum Litt Kongsvattnet und an dessen Nordufer zum Stor Kongsvattnet. Nun war ich auf der Laufstrecke des Triathlon. Diese führte vom See steil zum Gipfel des Tjeldbergtinden (367m) hinauf. Ich kam einige Minuten vor dem ersten Läufer oben an. Im Abstieg machte ich den Abstecher zum Vorgipfel und wählte dann den Pfad nach Norden für den Abstieg um die Läufer nicht zu behindern. Gegen 16 Uhr war ich wieder im Hotel. 

360° Panorama vom Tjeldbergtinden
360° Panorama vom Tjeldbergtinden

Der heutige Sonntag war verregnet und ein Reisetag. Um 11:20 nahm ich den Bus nach Leksnes, wo ich Anschluss nach Reine hatte. Gegen 14 Uhr kam ich an, wartete bei Kaffee und Blaubeerkuchen auf die Mail mit dem Zugangscode für das B&B. Diese kam gegen 14:45. Habe ein Zimmer mit Blick auf den Reinebringen.

Um 9:40 nahm ich heute das Reinefjordboot nach Vindstad. Auf einem Schotterweg ging es vom Anleger zu den Häusern von Bunesfjorden. Am kleinen Friedhof vorbei führt ein guter Pfad zum Pass Einangen (70m) hinauf. Oben bog ich dann nach rechts ab. Pfadspuren und Steinmänner leiten einen steil aufwärts zum Kamm, welcher Bunes- und Kjerkfjorden trennt. Auf dem Kamm geht es dann bequemer, wenn teils auch ausgesetzt zum Gipfel des Helvetestinden ( zu deutsch: Höllenspitze, 602m, 1h45 ab Anleger). Nachdem ich Tiefblicke und Weitblicke genossen hatte, stieg ich wieder nach Einangen ab und von dort zum Bunesstrand hinab. Ich machte eine große Runde über die riesige Sandfläche bis ans Wasser. Ein riesiger Walwirbel, der dort lag, beeindruckte mich sehr. 

Gegen 14:35 war ich wieder in Vindstad und kehrte im Cafe im alten Schulhaus ein. Ein guter Platz um auf das Boot (Abfahrt  15:30) zu warten, zu mal es zu nieseln begonnen hatte.

Am heutigen Dienstag bin ich kurz nach halb zehn aufgebrochen. Die erste Etappe führte ein Stück auf der alten Straße Richtung Å und dann die neue Steintreppe mit ihren mehr als 1500 Stufen hinauf. Noch endet die Treppe ca. 30hm unterhalb des Aussichtspunktes Reinebringrn. Die letzten Meter sind umso matschiger und rutschiger. Ich folgte gleich dem Gratweg weiter um den Massen zu entgehen. Der Gratweg ist sehr aussichtsreich hat aber ein paar Kraxelstellen. Über den Gipfel des Reinebringen (668m, 10:40), dann steil mit einer Schleife vom Grat weg hinab und über den weiten nur leicht ansteigenden Hang hinauf zum Navaren (730m, 12:05 - 12:30).Leider hingen am Nordhang die Wolken und versperrten den Tiefblick auf Vinstad und den Bunesfjorden.im Abstieg ging ich bis unter den Reinebringen und folgte dem deutlichen Pfad hinab am Austerdalvatnet (229m) vorbei zum Djupfjorden. Der markierte Pfad an der Südseite des Fjord war sehr matschig und mit vielen Auf und Ab nochmal anstrengend. Gegen 15 Uhr erreichte ich die Straße an der Djupfjordenbrücke und folgte ihr nach Reine zurück.

Der Wetterbericht hatte für den Mittwoch bedecktes aber trockenes Wetter vorausgesagt und die Wolken hingen tief. So nahm ich das Fjordboot nach Kjerkfjorden (10:30). Auf gutem Pfad ging es hinauf zum Pass ( ca. 250m) hinüber nach Horseid. Am See vorbei wanderte ich auf die Sandfläche hinab und durch die Dünen zum Meer und der alten Wohnstätte.(12:00 - 12:15). Dann ging es bis zum See zurück und von dort steil zum Pass Richtung Solbjørnvattnet (412m, 13:15). Leider begann es hier zu regnen. Zum Pass ins Fagarådalen ging es fast höhengleich am Hang entlang. Der folgende Abstieg am Faharåvatnet vorbei zum Selfjorden erwies sich als sehr nass und matschig, aber der Kilometer am Fjord entlang war noch nasser, bei jedem Schritt versank man im  schwammartigen Boden. Um so froher war ich, als ich an der Selfjordhytta die Straße erreichte (16:00). Nach 3km, bei Krystad, hielt das dritte Auto und fragte, ob man mich mitnehmen könne. Der Fahrer, ein junger Däne, brachte mich bis zum Supermarkt in Reine. Ich kaufte schnell noch etwas ein und eilte dann in mein Quatier um mich trocken zu legen. 

tHeute habe ich das Fjordboot nach Forsfjord genommen. Die Fahrt zu diesem Zusatzhalt, lassen sie sich bezahlen, doppelter Preis der Rückfahrkarte Vindstad. Gegen 10:15 fuhr das Boot mit der Spitze vor den Anleger und wir mussten vom Boot auf eine ca. 4m lange schmale senkrechte Eisenleiter steigen und sie erklimmen. Es folgte ein  kaum minder steiler Aufstieg zum Tennesvatnet (ca. 250m), der jedoch mit Multebeeren belohnt wurde. Nach kurzer Verletzungspause ging es zur Anhöhe 448m hinauf, wo der Weg zum Hermannsdaltinden abzweigt. Dieser Pfad führt erst zum Krokvatnet (35m) recht rutschig hinab und dann aufwärts. Bevor er einen breiten Rücken auf 660m Höhe erreicht führt er durch eine rutschige Rinne hinauf.  Ohne die dort hängende Kette wäre ich dort nicht hinauf und noch weniger hinunter gekommen.  Der restliche Aufstieg ist dann einfach, nur noch etwas Kraxelei am Gipfel (1029m, 13:10 -13:25). Leider war der Gipfel selbst in einer Wolke. Immerhin konnte man unterhalb  der Wolke bis Røst sehen. Bis zur Höhe 448m (14:55) folgte ich dem Aufstiegsweg. Dann folgte ich dem Weg zur Munkebu (412m, 15:55- 16:05), der erst auf 350m absteigt, wieder bis 413m aufsteigt und dann vor dem Aufstieg zur Hütte bis ca. 300m wieder absteigt. Von der Hütte führt der Weg nach Sørvågen erst auf die Djupsfjordheia (510m), um dann mit nur noch minimalen Gegensteigungen in den Ort hinunter zu führen. Pünktlich 5 Minuten vor der Busabfahrt erreichte ich um 17:40 die Bushaltestelle an der Sørvågen Schule. Der Bus brächte mich im 15 Minuten nach Reine zurück 

 

Der heutige Freitag war Reisetag und das bei gutem und überraschend milden Wetter. Von Reine nahm ich den Bus zur Fähre in Moskenes, die mich in knapp vier Stunden nach Bodø brachte. Die ganze Überfahrt genoss ich auf dem Aussendeck, erst die Blicke zurück auf die Lofoten, dann auf die Berge des Festlandes. Nach dem Einchecken im Hotel verbrachte ich den Nachmittag auf der Terasse des Tur Cafe am Hafen in der Sonne. Zum Abschluss des Tages gönnte ich mir einen Absacker in der Roofbar des Hotels.

Den regnerischen Samstag verbrachte ich in Bodø mit Shoppen und dem Hotelwechsel. Mein neues Zimmer hat eine super Aussicht. 

Am Sonntag startete ich bei milden und teils sonnigen Wetter zu einer Tour in die Bodø Marka. Von den letzten Häusern der Stadt führte mich eine steile Holztreppe den Hang hinauf und auf einem schönen Pfad erreichte ich den Ramnfloget.

Ein weiterer Pfad führte mich aussichtsreich zum Svartvatnet, von wo mich der Keisersti auf den Keiservarden führte. Als ich oben war, schlug das Wetter um, es begann zu regnen und es wurde stürmisch.  Auf dem Rückweg in die Stadt nahm ich den Weg über Linken.

Gegen Mittag nahm ich den Bus der Linie 200 bis Laukeng kurz hinter Saltstraumen. Auf dem Sträßchen Richtung Evjen wanderte ich bis zu einem Wassertank und folgte dann einem Wanderpfad über die Anhöhe Hamran zur Anhöhe Nattmålstuva. Dann führte Pfad nach Evjen hinunter bis ans Meer und wieder zum Wassertank zurück. Ein anderer Pfad brachte mich nach wenigen Metern auf dem Sträßchen direkt zur Brücke über den Indre Sunden. Über die Brücke und ein kurzes Stück weiter an der Rv 17 entlang und der Saltstraumen war erreicht. Ich stieg direkt vor der Brücke zum Wasser ab und war tief beeindruckt von der Gewalt mit der das Wasser in die Bucht drückte. Kurz vor sieben fuhr ein Bus zurück nach Bodø. 

Am Dienstag habe ich zeitig gefrühstückt und schon vor acht ausgescheckt. Mit der Linie 4 bin ich so schon gegen halb 9 in Tverlandet angekommen. Bis Vatnetlia führte mein Weg 6km über eine ruhige Straße, ehe es auf einem Pfad durch schönen Wald zum Aufstieg zum Stegtinden ging. Der Aufstieg führte erst steil durch Wald, dann über nackte Felsen und zum Schluss wieder steiler zum  Gipfel (798m, 11:50- 12:10). Im Abstieg lief ich erst auf dem Weg nach Skau bis zum Abzweig (245m, 13:00) zum Skautuva. Eine knappe Stunde später stand ich auch auf diesem 600m hohen Berg. Nun folgte eine aussichtsreiche Wanderung auf gutem Pfad mit Blick auf Berge und Meer über mehrere kleine Anhöhen bis zur Keiservarden (17:00). Diesmal wählte ich den Abstieg zur Skivika (17:45), von wo ich mit dem Bus in die Stadt fuhr.

Am Abend bestieg ich dann den Nachtzug nach Trondheim. 

Blick vom Stegtinden nach Süden
Blick vom Stegtinden nach Süden
Blick vom Stegtinden nach Norden
Blick vom Stegtinden nach Norden

Kurz nach sieben erreichte der Nachtzug Trondheim. Da das Cafe am Bahnhof erst um 10 öffnet, gab es Kaffee aus den Kiosk zum mitgebrachten Essen in der Bahnhofshalle. Nach einer guten Stunde ging es dann weiter nach Oslo, wo ich gegen 15 Uhr ankam. 

Und am nächsten Tag um 13 Uhr ging es auf die Fähre nach Kiel.

Die vorletzte verkehrende Fähre, vor einer weiteren Coronabedingten Einstellung der Linie.